Reifenwechsel beim Freundlichen

Vor ein paar Wochen war ich nun mit meinem Audi A3 beim freundlichen Audi Händler, da ich noch die Sommerreifen drauf machen musste. Die Reifen waren dort eingelagert, meine Frau war das bisher so gewohnt und wurde dabei auch gesponsert, doch nun teilen wir uns einen Wagen und zahlen auch die Rechnung. Das kostet pro Jahr etwa 100 Euro, dafür hat man natürlich Full Service mit Montage, Säuberung der abgenommen Reifen vor Einlagerung, Reifendruck Prüfung, eventuell noch etwas Reifenspray. Trotzdem spare ich mir die hundert Euro lieber.

Einlagerung und Pflege

Diese 4 Reifen kann man ganz einfach aufeinanderliegend im Keller unterbringen, wenn man ein großes Ivar Eckregal von Ikea hat. Das Säubern ist zugegebenermaßen eine echte Sauerei, das werde ich beim nächsten Wechsel nicht im Keller machen, damit muss man zur SB Waschanlage oder man nimmt zuhause den Kärcher. Dabei aber Vorsicht mit der Fuge zwischen Reifen und Felgen, ein Hochdruckreiniger könnte das Wasser da durchdrücken, das Wasser ist dann im Reifen und das kann dann üble Folgen haben. Das Säubern ist aber dringend nötig, wenn man seine Felgen gut erhalten will. Ist einem das egal, kann man natürlich auch alle paar Jahre für 1000 Piepen neue kaufen, der Freundliche reibt sich schon die Hände 🙂 Macht man sie jedoch selber sauber, hat man auch die Möglichkeit die Felgen nach dem Säubern mit Felgenwachs einzusprühen, so werden sie vom Bremsstaub oder Salz gar nicht erst so angegriffen und sind auch leichter zu reinigen. Ob das anderswo zu Service gehört bezweifle ich. Reifenspray kann man sich auch selbst besorgen, lohnt sich aber nur für die frisch aufgezogenen und da auch nur für die Außenseite. Dieses Spray ist eigentlich rein optischer Natur und selbst wenn es eine pflegende Wirkung hätte, wäre Materialermüdung nur auf der Lauffläche wirklich relevant und die darf man damit nicht einsprühen.

Die Position der Reifen

Dann die Position der Räder, die Frage welcher Reifen wo hin soll ist nicht unwichtig. Im Allgemeinen wird man die Position von Reifen wechseln müssen. Je nachdem wo sie montiert werden, nutzen sich die Reifen unterschiedlich ab. Lässt man ein Paar Reifen immer an der Hinterachse eines Fronttrieblers werden sie sehr lange halten. Laut Empfehlung von Reifenherstellern baut das Gummi aber nach 6 Jahren deutlich ab. Es ist also nicht sinnvoll, wenn Reifen sehr alt werden. Weiter muss man beachten, dass beim Bremsen immer die vorderen Reifen am stärksten belastet werden. Ist die Straße nass, ist also das Profil der vordern Reifen wichtiger als das der hinteren. Im Allgemeinen sollte es natürlich gleichmäßig sein und kein starker Unterschied zwischen den vorderen und hinteren Reifen bestehen. Normalerweise werden es immer die Reifen mit dem besseren Profil sein, die vorne montiert werden. Die meisten Wagen sind frontgetrieben und haben so beim Bremsen und Beschleunigen vorne die größte Abnutzung, so tauscht man jede Saison von hinten nach vorne. Bei einem Heckgetriebenen Wagen mit sehr viel PS könnte es anders herum sein, wenn man immer stark beschleunigt aber eher sanft bremst.

Vermeiden möchte man also folgendes:

  • Stark unterschiedliches Profi pro Achse
  • Sehr schlechtes Profil auf einer Achse, besonders vorne
  • Sehr alte Reifen
  • Zwei unterschiedliche Sorten Reifen, das bringt im Prinzip automatisch stark unterschiedliches Profil pro Achse mit sich
  • Unterschiedliche Abnutzung Rechts und Links, Beispielsweise durch minimale Unterschiede beim Sturz

So muss man also abhängig vom aktuellen Profil der Reifen, dem eigenen Fahrstil, dem Antriebstyp (Front oder Heck) die Reifen von vorne nach hinten tauschen. Gibt es keine vorgeschriebene Laufrichtung sollte man zusätzlich von links nach rechts tauschen. Die Reifen markiert man dazu bei Demontage mit einem Aufkleber. Macht man das nicht, kommt das der Fahrsicherheit wenig zu Gute.

Die eigentliche Montage

Wagenheber ansetzen und den Wagen leicht anheben. Nur den Wagen, nicht den Reifen, ein Zentimeter reicht schon, dann klemmt der Wagenheber fest unter dem Wagen. Jetzt alle Schrauben mit Kraft lösen, nicht losschrauben, das Rad soll noch recht fest sitzen. Nun den Reifen anheben und die gelösten Schrauben mit mäßiger Kraft losschrauben und herausschrauben. Rad wechseln, Schrauben mit mäßiger Kraft anziehen. Das Lösen, besonders jedoch das Anziehen immer über Kreuz ausführen, nicht einfach reihum. Wagen ablassen, bis der Reifen Bodenkontakt hat und der Wagen nur noch vielleicht einen Zentimeter angehoben ist. Jetzt die Schrauben richtig festziehen und den Wagenheber entfernen. Viermal wiederholen, fertig. Wichtig ist beim Anziehen die Verwendung eines Drehmomentschlüssels. Weiter gibt es auch unterschiedliche Radmuttern für Alu und Stahlfelgen.

Die Arbeit des Audi Händlers war übrigens NICHT in Ordnung, die Reifen mit dem kleineren Profil waren vorne drauf !!! Kein Problem, er hat mir sowieso nahegelegt die Bremsscheiben und Klötze vor der nächsten HU zu wechseln, somit muss ich die Reifen ohnehin noch mal abmachen. Für die Bremsen wollte er allerdings 500 Euro haben, die Story dazu dann im nächsten Post.

Karl

  • Lesenswerter Artikel. Hab ihn via Link gefunden und mal deine Site in meine Favoriten-Liste aufgenommen. Bis bald 😉